Jungheinrich AG - Batterie-Management-System

Veröffentlicht am 15.10.2014

Die Jungheinrich AG hat ihr Batterie-Management-System (kurz BMS) für ihre neue Generation an Lithium-Ionen-Batterien weiter entwickelt. Vertreter der Jungheinrich-Sparte Energy and Drive Systems erläuterten die Funktionsweise des Systems kürzlich im Werk Norderstedt vor Journalisten.

Das BMS stimmt demnach Lithium-Ionen-Batterien, Ladetechnik und Fahrzeuge gezielt aufeinander ab.

Als Beispiel nannte Kai von Berg, Leiter Produktmanagement für Energiesysteme bei Jungheinrich, in Hamburg die Rückspeisung von Bremsenergie: Ist die Batterie zu 100 Prozent geladen, würde das BMS bei zu hoher Energierückspeisung beim Bremsen abschalten, um ein Überladen zu vermeiden. Um dies zu verhindern, drosselt die Steuerung bei vollgeladener Batterie die Rampenfahrt minimal.

Drei Schichten ohne Batteriewechsel

Dank spezieller Schnellladegeräte sind die Batterien innerhalb von 1,5 Stunden wieder aufladbar. In 30 Minuten kann die Batterie zur Hälfte geladen werden. Diese Zwischenladungen lassen sich auf mehrere Stillstandszeiten verteilen. So lässt sich ein Dreischichteinsatz abdecken. Allein durch ihren höheren Wirkungsgrad verbrauchen Lithium-Ionen-Batterien gegenüber herkömmlichen Blei-Säure-Speichern bis zu 30 Prozent weniger Energie, sagte von Berg. Ihre Lebensdauer ist demnach etwa dreimal so lang.

In Kombination mit den am Weltmarkt sinkenden Preisen für die Lithium-Ionen-Zellen, verursacht durch Überkapazitäten in der Produktion in Fernost, werde sich der Einsatz dieser Batterietechnologie künftig schnell lohnen, prognostiziert Jungheinrich. Die bisherigen Ergebnisse gelten allerdings zunächst nur für Batterien mit 24-Volt-Spannung. Künftig sei eine Ausweitung auf die 48-Volt-Spannung geplant. Aktuelle Herausforderungen sieht Experte von Berg noch in gesetzlichen Vorgaben, etwa für die Entsorgung, und in fehlenden Standards der Lithium-Ionen-Zellen.

Nächster Schritt: Replacement

Der nächste Schritt bei Jungheinrich sei das sogenannte Replacement-Konzept, bei dem die neuen Batterien in bestehende Staplermodelle eingesetzt werden - aus konstruktiven Gründen verstärkt mit integrierten Stahlgewichten sowie Füllmaterial. Denn eine Lithium-Ionen-Batterie ist wesentlich leichter als ein vergleichbares Blei-Säure-Modell. Bisher habe man aufgrund ihrer Dimensionen um die Blei-Säure Batterie „herum konstruiert“. Möglich seien in der Zukunft neue Fahrzeugkonzepte, etwa die Einbettung der Batterien in die Radarme der Stapler, so von Berg.

Zuletzt präsentierte Jungheinrich auf der CeMAT 2014 in Hannover drei neue Lithium-Ionen-Batterien mit Kapazitäten von 110, 220 und 330 Amperestunden. Sie sind speziell für größere Deichsel- und Kommissionierfahrzeuge ausgelegt und können zukünftig herkömmliche Blei-Säure-Batterien mit Kapazitäten von 130 bis 465 Amperestunden ersetzen. Inzwischen seien bereits Flurförderzeuge mit Lithium-Ionen-Batterien in guter dreistelliger Zahl am Markt, sagten Unternehmensvertreter in Hamburg.