Siemens testet eHighway für Elektro-Trucks

Veröffentlicht am 11.08.2014

Kalifornien: Siemens testet eHighway für Elektro-Trucks

Nachdem Siemens gemeinsam mit Truck Hersteller Scnia bereits 2011 den eHighway entwicklet hat, testet der Technologiekonzern das ganzheitliche Konzept zur Elektrifizierung von Lkw jetzt in Kalifornien gemeinsam mit Volvo.

In der Nähe der US-Häfen Los Angeles und Long Beach installiert der bayerische Technikkonzern auf einer Strecke von etwa zwei Meilen das Oberleitungssystem für Elektro- und Hybrid-Lkw. Den Auftrag erhielt der deutsche Technikkonzern von der südkalifornischen Umweltbehörde für Luftreinhaltungspolitik, dem South Coast Air Quality Management District. Ziel sei es, so das Unternehmen, lokale Emissionen komplett zu eliminieren sowie den Verbrauch fossiler Kraftstoffe und die Betriebskosten der Lkw zu reduzieren.

Die Testergebnisse sollen im Sommer 2016 vorliegen und die Eignung des Systems für eine künftige kommerzielle Nutzung aufzeigen. Die Häfen von Los Angeles und Long Beach suchen eine emissionsfreie Lösung für ein Teilstück des Highway 710. Die Strecke, auf der sehr viel Lkw-Pendelverkehr unterwegs ist, verbindet auf 30 Kilometern die beiden Seehäfen und ein Eisenbahn-Umschlagzentrum im Landesinneren miteinander.

Im Rahmen der Installation des eHighway-Systems werden zwei Fahrspuren über Oberleitungen elektrifiziert. Mit Hybridantrieb und intelligenten Stromabnehmern ausgerüstete E-Trucks werden sich dort während der Fahrt mit elektrischer Energie versorgen.

Gemeinsam mit dem Fahrzeughersteller Mack aus der Volvo Group und lokalen Lkw-Umrüstern entwickelt Siemens bis zu vier Vorführfahrzeuge. Der intelligente Stromabnehmer ermöglicht Überholvorgänge und ein automatisches An- und Abdocken bis zu einer Geschwindigkeit von 90 Stundenkilometern. Auf normalen Straßen ohne Oberleitungen setzen die Fahrzeuge ein Hybridsystem ein, das alternativ mit Diesel, komprimiertem Erdgas oder über Batterie betrieben werden kann.

„Mit diesem Projekt können wir die Machbarkeit eines emissionsfreien Frachttransportsystems mit Oberleitung besser einschätzen“, sagt Barry Wallerstein, Leiter des South Coast Air Quality Management District.